Kritik an der Gemeinschaftsschule -
eine neue Dimension:
Die Jena-Plan-Schule, Vorläuferin der Gemeinschaftsschule, entstand als Erziehungsinstrument für den Aufbau einer nationalsozialistisch geprägten Gesellschaft.
Alle charakteristischen Merkmale der heutigen Gemeinschaftsschule finden sich im Jena-Plan-Konzept aus dem Jahr 1927 wieder. Als Peter Petersen in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts das Konzept für die "Jena-Plan-Schule" entwarf, war sein erklärtes Ziel, ein Umfeld für die Erziehung junger Menschen im völkischen, führerorientierten, nur auf die reibungslose Gemeinschaftsanpassung gerichteten Sinn zu schaffen.
Er half damit, die Grundlagen für eine nationalsozialistische Gesellschaft aufzubauen. Unterstützung fand er dabei vor allem in Ernst Krieck, Erziehungswissenschaftler zunächst in Frankfurt am Main, später an der Universität Heidelberg, wo er, Krieck, 1933 auch Rektor wurde. Krieck war SS-Sturmbannführer und hatte Verbindungen zum SD (Sicherheitsdienst). Kriecks Mitwirkung am Zustandekommen der Jena-Plan-Schulen war wesentlich für deren Erfolg.
Petersen legte seine Schule so an, daß schon allein durch ihre Struktur Demokratie, liberales Denken und Individualität unterdrückt wurden. Eben dieses war sein oberstes Ziel, die Schule als staatliches Erziehungsinstrument zu nutzen. Eine Wissensvermittlung als Zweck und Aufgabe der Schule trat dahinter weit zurück.
Daraus ergibt sich heute die Frage, was die Befürworter der heutigen Gemeinschaftsschule eigentlich bezwecken, und weiter die Frage, ob eine solche Schulstruktur, die zwangsläufig durch ihr an NS-Idealen orientiertes Leitbild zu gar keinem anderen Ergebnis als der Erziehung willfähriger Untertanen mit begrenztem Wissensschatz führen kann, in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ihren Platz haben kann.
Angesichts der bevorstehenden Wahlen muß die Frage gestellt werden, ob Parteien, die mit der Gemeinschaftsschule praktisch den Rückfall in die NS-Pädagogik betreiben, wählbar sind.
Zuletzt aktualisiert am 23.09.09
